Veranstaltungsbericht Außen- und sicherheitspolitisches Weihnachtstreffen: "Perspektiven der Friedensfindung"

In großer Runde beging die BHAS in Bonn am 9. Dezember 2025 ihr viertes Weihnachtstreffen. Um 20 Uhr fanden sich die Teilnehmenden im festlich geschmückten Veranstaltungsraum ein, um gemeinsam den Vorträgen der Expertinnen zu lauschen. Im Anschluss wurde bei Glühwein, Punsch und Plätzchen sowie im Schein des digitalen Kaminfeuers angeregt diskutiert.

Im Mittelpunkt standen verschiedene Perspektiven der Friedensfindung, die von drei Expertinnen in unterschiedlichen Kontexten dargestellt wurden.

 

Der Vortrag von Dr. Shushanik Minasyan-Ostermann, Fellow am Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS), thematisierte die komplexe geopolitische Lage in der Schwarzmeerregion sowie die sicherheitspolitische Rolle der Europäischen Union. Dabei lag der Fokus auf den unterschiedlichen Interessen regionaler Mächte wie der Türkei, des Irans und Russlands. Ein zentraler Aspekt war zudem die Diskussion über differenzierte Strategien im Rahmen der europäischen Nachbarschaftspolitik bezogen auf die Heterogenität der Staaten in der Region.

 

Anastasia Koehler, Geschäftsführerin des Lew Kopelew Forums e.V., befasste sich mit der menschenrechtlichen Lage in den besetzten Gebieten der Ukraine und thematisierte Dokumentationen von Menschenrechtsverletzungen. Im Mittelpunkt standen dabei die Situation von zivilen Gefangenen sowie Berichte von Deportationen und Umerziehungsprogrammen bei Kindern. Sie betonte die Notwendigkeit der Einbindung von Menschenrechtsstandards in politische Verhandlungsprozesse.

 

Zum Schluss erläuterte Fine Prill, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Völkerrecht in Bonn, die Funktion des Völkerrechts in Friedensprozessen am historischen Beispiel des Karfreitagsabkommens in Nordirland. Es wurde diskutiert, wie eine gemeinsame rechtliche Basis und wirtschaftliche Kooperationen zur langfristigen Entspannung von Konflikten beitragen können. Der Vortrag schloss mit einer Betrachtung darüber ab, inwiefern diese Mechanismen der Kompetenzübertragung auch für aktuelle Konflikte wie in der Ukraine oder im Kaukasus von Bedeutung sein könnten.

 

Wir möchten uns herzlich bei den Referierenden bedanken, die uns einen so facettenreichen Überblick ermöglicht haben und auch bei den vielen interessierten Teilnehmenden.

 

Wir freuen uns auf ein neues Jahr mit vielen spannenden Veranstaltungen!

Eure BHAS