Veranstaltungsbericht: DEUTSCH-FRANZÖSISCHER STRATEGISCHER DIALOG - 2025: EIN SICHERHEITSPOLITISCHER JAHRESRÜCKBLICK

Am 16.12.2025 beteiligte sich die Bonner Hochschulgruppe für Außen- und Sicherheitspolitik (BHAS) bereits zum dritten Mal als Kooperationspartner an dem gemeinsam vom Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS), der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, dem Centre Ernst Robert Curtius (CERC) sowie dem Institut Français Bonn ausgerichteten Veranstaltungsformat Deutsch-Französischer Strategischer Dialog. Die Veranstaltung bot einen sicherheitspolitischen Rückblick auf das Jahr 2025.

 

Dr. Constanze Stelzenmüller, Direktorin des „Center on the United States and Europe“ an der Brookings Institution, betonte, dass Europa über Jahre hinweg versäumt habe, seine strategischen Spielräume konsequent zu nutzen. Angesichts zunehmender Einflussnahme autoritärer Akteure sei die europäische Resilienz unzureichend gestärkt worden. Eine vollständige strategische Autonomie hielt sie für nicht möglich; vielmehr bleibe Europa weiterhin auf die erweiterte Abschreckung der USA angewiesen. Sie betonte auch, dass die aktuellen Kapazitäten Europas für die Planung wichtiger seien als hypothetische Zahlen in fünf bis zehn Jahren. Gleichzeitig plädierte sie für effizientere politische Entscheidungsprozesse und ein stärkeres Bewusstsein für den politischen Kontext sicherheitspolitischer Maßnahmen.

 

Der Geschäftsführer des Institut français des relations internationales (Ifri), Marc Hecker, ordnete das Jahr 2025 als eine Phase der Zuspitzung der Krise der liberalen Weltordnung ein. Der Ukrainekrieg, die Schwächung multilateraler Strukturen und neue Spannungen im transatlantischen Verhältnis hätten Europas Unsicherheit verstärkt. Hecker appellierte für eine wirtschaftliche Stärkung und strategische Autonomie Deutschlands und Frankreichs, für ein Loslösen von Naivität sowie für eine klare Definition europäischer Interessen, um zwischen den Großmächten bestehen zu können.

 

Wir danken den Expert*innen für ihre spannenden Einblicke, dem Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS), dem Institut Français, dem Centre Ernst Robert Curtius, der Friedrich-Naumann-Stiftung sowie Arte, die uns diese Möglichkeit geboten haben, sowie allen Teilnehmenden für ihr Interesse!