Veranstaltungsbericht: EU-Mercosur-Abkommen – Historischer Durchbruch oder politischer Minimalkonsens

Gemeinsam mit dem Junior Center for Economic Research (JCER) hat die Bonner Hochschulgruppe für Außen- und Sicherheitspolitik (BHAS) am 2. Juli 2026 eine Diskussionsveranstaltung zu dem Thema „EU-Mercosur-Abkommen – Historischer Durchbruch oder politischer Minimalkonsens“ ausgerichtet. Zu Beginn richtete Fabian Etscheid, Vorsitzender der BHAS, einleitende Worte an das Publikum. Anschließend begrüßten die Moderatoren Felix Ortmann (JCER) und Daniel Cautnic (BHAS) die Speakerinnen Prof. Dr. Clara Brandi und Dr. Zoryana Olekseyuk vom German Institute of Development and Sustainability.

Fotos: Tobias Fuchs

Im Mittelpunkt der Diskussion standen die ökonomischen und geopolitischen Dimensionen des Freihandelsabkommens. Prof. Dr. Brandi beleuchtete den gestaffelten Zollabbau, die Öffnung der Märkte sowie das politisch sensible Nachhaltigkeitskapitel, das beispielsweise das Pariser Klimaabkommen als innovatives Kernelement aufgreift. Dr. Olekseyuk präsentierte ergänzend anhand von speziellen Modellierungen die simulierten positiven Effekte auf Wohlstand, Konsum und Beschäftigung für die Mercosur-Staaten und Europa. Zudem entkräftete sie die oft überzogene Debatte um Rindfleischexporte, da die Bedeutung des landwirtschaftlichen Sektors geringer sei als die des Produktions- und Dienstleistungssektors.

Ein wesentlicher Teil der Debatte widmete sich der Frage, warum der Abschluss des Abkommens gerade jetzt forciert wurde. Die Expertinnen verwiesen auf den gestiegenen geopolitischen Druck durch die USA und China sowie ein günstiges politisches Zeitfenster unter dem brasilianischen Präsidenten Lula. Zudem wurde die Bedeutung des Abkommens für die EU zur Diversifizierung, Sicherung von Lieferketten und Erschließung alternativer Absatzmärkte in einer zunehmend fragmentierten Welt betont. 

Das große Interesse des Publikums zeigte sich in der lebhaften Fragerunde am Ende der Veranstaltung, bei der unter anderem konkrete Schutz- und Sanktionsmechanismen, die das Abkommen enthält, diskutiert wurden.

Wir bedanken uns herzlich bei den Expertinnen für die spannenden Einblicke, beim Junior Center for Economic Research für die gute Zusammenarbeit und bei den zahlreich erschienenen Zuhörenden.