Christina Schröer (CERC), die mit einleitenden Worten in die Veranstaltung einführte, sowie Andreas Noll (Deutschlandfunk), der den Abend als Moderator leitete, nahmen zu Beginn Bezug auch auf aktuelle Beispiele wie den Stromausfall in Spanien.
In Bezug auf dieses Beispiel hob Murielle Gagnebin, Projektleiterin für Europäisch-Französische Energiepolitik des ThinkTanks Agora Energiewende, hervor, dass es sich bei Spanien um einen Ausnahmefall handle. Für die Zukunft verwies sie zudem auf Herausforderungen bei einem gesteigerten Stromverbrauch sowie mehr Verbindungen zwischen verschiedenen Systemen, die eine erhöhte Gefahr für Cyberangriffe bedeuten würden, deren Abwehr in der Konsequenz ebenfalls komplexer werde.
Dr. Frank Umbach, Forschungsleiter des Europäischen Cluster für Klima-, Energie- und Ressourcensicherheit (EUCERS), kritisierte, dass immer noch dazu geneigt werde, in nationalen Kategorien zu denken. Für ein qualifiziertes Urteil der Stromnetzsicherheit sei jedoch ebenso ein Blick in die Nachbarstaaten notwendig. Zudem betonte er, dass Versorgungssicherheit auch einen Kostenfaktor darstelle und warnte, dass, wenn die Kosten gegenwärtig nicht mitgedacht werde, diese später um ein Vielfaches höher ausfallen würden oder wir alternativ umso verwundbarer seien.
Die Deutschland-Direktorin der European Initiative for Energy Security und Associate Fellow an der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Dr. Sabrina Schulz forderte die Schaffung politischer Räume, in denen die Themen auch über Grenzen von etwa Ressorts hinaus diskutiert werden können. Sie appellierte zudem am Ende, dass es eine Breite an Möglichkeiten in der Energiesicherheit gebe, wo Deutschland und Frankreich zusammenarbeiten könnten, um auch weitere europäische Staaten mitzunehmen.
Wir danken den Expert*innen für ihre spannenden Einblicke, den Kooperationspartnern, die uns diese Möglichkeit geboten haben, und allen Teilnehmenden für ihr Interesse!
Bericht von Anna Silies

